Holzhaus Düsseldorf

13. November 2018

Holzhaus bauen: Die wichtigsten Tipps zur Wahl des Baupartners

Wer heute ein Holzhaus bauen möchte, hat die Qual der Wahl. Eine Vielzahl verschiedener Anbieter preisen die Vorzüge ihrer Holzhäuser in Broschüren und auf Webseiten an. Die Spannbreite reicht vom kleinen Zimmereibetrieb bis zum großen Fertighausanbieter. An Alternativen mangelt es wahrlich nicht. Was aber den meisten Bauherren fehlt, ist der Durchblick im Dschungel der Angebote.

Der traditionsreiche Baustoff Holz erlebt beim Hausbau seit Jahren eine beachtliche Renaissance. Moderne Holzhäuser punkten bei Bauherren mit einer ausgezeichneten Energiebilanz, hervorragenden Dämmwerten und mit einem überaus angenehmen, natürlichen Wohnklima. Die Entscheidung für den Bau eines Holzhauses fällt häufig auch aufgrund einer hohen architektonischen Gestaltungsfreiheit und extrem kurzer Bauzeiten. Für viele Bauherren und Baufamilien, die ein Holzhaus bauen wollen, ist aber noch ein weiteres Kriterium ausschlaggebend. Der Bau eines Holzhauses trägt zur Entlastung des Klimas bei und spart bereits in der Herstellungsphase im Vergleich zur Massivbauweise jede Menge Energie ein. Holz gilt daher als umweltfreundlichster Baustoff der Welt.

Mit wem soll ich mein Holzhaus bauen?

Um die Gunst der Holzhaus-Kunden buhlen größere, industriell geprägte Fertighausanbieter ebenso wie Vertreter des handwerklichen Holzhausbaus. Bei letzteren handelt es sich größtenteils um regional ansässige Zimmereibetriebe, die ihren Schwerpunkt auf eine individuelle Planung der Häuser legen.

Da in der heutigen Gesellschaft das Besondere, Individuelle und Einzigartige immer mehr zählt, entwerfen Architekten aber nicht nur für Kunden von Zimmereibetrieben individuell geplante Häuser, sondern auch für viele der größeren Fertighaushersteller. Diese werden im Portfolio der Fertighausfirmen zusätzlich zu seriell gefertigten Typenhäusern angeboten. Ein Typenhaus als Fertighaus ist in der Regel in der Grundform aufgrund etlicher Standardisierungen kostengünstiger, allerdings steigt der Preis mit jedem „Sonderwunsch“ des Kunden. Unterschiede im Hinblick auf die Individualität der Hausentwürfe gibt es ebenfalls bei den Häusern im handwerklichen Holzhausbau. Viele Betriebe führen die Planung des Hauses in den eigenen Planungsabteilungen selbst aus, andere bevorzugen die Zusammenarbeit mit spezialisierten Holzbau-Architekten. Ein auf die Wünsche des Kunden angepasster Standardentwurf mag für viele Baukunden eine befriedigende Lösung sein, eine freie Planung von A bis Z ist aber auch beim Holzbau normalerweise das Metier des Architekten.

Auch aus diesem Grund gestalten sich pauschale Preisvergleiche beim Bauen mit Holz schwierig, da zudem die Grundstückbeschaffenheit, die Bau- und Materialqualität und vor allem die individuellen Kundenwünsche Einfluss auf die Kosten haben. Ein Beispiel: Wer ein Holzhaus bauen möchte und konsequenterweise alle Fenster aus Holz fertigen lässt, liegt bei den Kosten sicher über jemanden, der Kunststofffenster bestellt. Letztlich lassen sich qualitativ hochwertige Bauausführungen sowohl bei Fertighausanbietern als auch bei zahlreichen Anbietern des handwerklichen Holzhausbaus finden. Erst eine genaue Prüfung aller Angebotsdetails gibt Aufschluss über das tatsächliche Preis-Leistungs-Verhältnis.

Was dient beim Holzhausbau als Orientierung?

Ob Fertighaus oder Architektenhaus – in jedem Fall ist es sinnvoll, bei der Bauausführung eines Holzhauses auf einen geprüften Anbieter aus einem Qualitätsverbund zu setzen. Zum Beispiel haben sich eine Reihe von Fertighausanbietern wie SchwörerHaus , WeberHaus, Baufritz oder Rubner Haus als Mitglieder des Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V unter der Dachmarke FertighausWelt organisiert. Dadurch sind in einigen deutschen Städten große Musterhausparks entstanden, in denen sich Bauherren und Baufamilien informieren und inspirieren lassen können. Beim Ökohaus-Pionier Baufritz ist sogar ein Probewohnen möglich. Kunden können sich einfach in ein Holzhaus der Firma Baufritz einmieten und einige Tage das Wohngefühl testen. Ein Service, den nicht jede Zimmerei in dieser Form anbieten kann.

Viele der kleineren Hersteller bieten ihren Kunden aber dennoch regelmäßig Baustellenbegehungen und Hausbesichtigungen an. Der Vorteil hierbei ist die Möglichkeit, ehemalige Bauherren des Betriebes persönlich kennenzulernen und wirklich bewohnte Häuser zu besichtigen. Auf diese Weise lässt sich viel über den ausführenden Hausbaubetrieb, den Bauablauf sowie über die Kundenzufriedenheit erfahren. Ein Erfahrungsaustausch, der Gold wert sein kann. Überhaupt sollten Bauherren auf Mundpropaganda und Empfehlungen hören, denn eine ehrliche Meinung wiegt jede Hochglanzbroschüre auf.

Wer sich bereits im Vorfeld ein Bild über die Leistungen eines Betriebes machen möchte, besucht am besten einen Bauherrenabend zur allgemeinen Information. Derartige Veranstaltungen werden vielerorts von den Betrieben in regelmäßigen Abständen angeboten.

Holzhaus bauen mit Betrieben aus Qualitätsgemeinschaften

Zahlreiche mittelständische und kleinere Zimmereibetriebe versammeln sich unter Dachverbänden und Qualitätsgemeinschaften. Etablierte Holzhausbau-Verbände sind zum Beispiel 81fünf, DHV oder ZimmerMeisterHaus. In diesen seit Jahrzehnten erfolgreichen Netzwerken und Verbänden finden Kunden zuverlässige, finanziell gesunde und erfahrende Betriebe, die besonders viel Wert auf eine hohe Bauqualität und eine dezidiert ökologische Bauweise legen. Bauherren, die eine individuelle Planung und persönliche Betreuung mit einem direkten Ansprechpartner während der Bauphase schätzen, sind bei Mitgliedsbetrieben solcher Verbände sicherlich gut aufgehoben. Ein weiterer Vorteil kann die regionale Nähe sein, da jeder Bauherr in seiner Heimatregion einen solchen Netzwerkbetrieb finden wird. Kurze Wege zur Baustelle sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern vor allem auch während der Bauphase ein echter Pluspunkt, falls ein schnelles Eingreifen erforderlich wird.

Güteüberwachung und Leistungsbeschreibung checken

Ein zeitgemäß aufgestelltes Holzbauunternehmen sollte eine ständige Güteüberwachung in Form von Eigen- und Fremdüberwachungen vorweisen können und selbstverständlich im Besitz von branchentypischen Gütezeichen wie dem RAL-Gütezeichen Holzhausbau sein. Dieses Gütezeichen steht nicht nur eine von unabhängigen Stellen kontrollierte Qualität, es gilt auch gleichermaßen für Banken als „Go“ für eine Finanzierung. Das Gütezeichen setzt einen einheitlichen Qualitätsstandard und gilt daher sowohl für den handwerklichen als auch industriellen Holzhausbau als Auszeichnungskriterium.

Ebenso kann ein genauer Blick auf den Umfang und die Vollständigkeit der Bau- und Leistungsbeschreibungen helfen. Was ist im Preis enthalten und was wird als Sonderleistung oder Sonderwunsch eingepreist? Hier sind die Unterscheide zum Teil gravierend. Ein seriöser Baupartner wird eine umfassende, detaillierte und verständliche Bau- und Leistungsbeschreibung vorlegen. Für den Baukunden ist dies der Schlüssel für eine Gegenüberstellung verschiedener Angebote, da erst eine vollständige Leistungsbeschreibung eine Vergleichsbasis bietet.

Auf welche Materialien sollte man beim Bau eines Holzhauses achten

Die Bau- und Leistungsbeschreibung enthält ausführliche Angaben über die eingesetzten Baustoffe, Materialien und Ausstattungselemente. Daher ist sie auch wesentlich für eine genaue Betrachtung der Materialien und der Bauweise des Holzhauses. Ein gutes Holzhaus sollte in einer dampfdiffusionsoffenen Bauweise erstellt werden. Nur auf diese Weise wird eine selbstständige Regulierung und Optimierung des Raumklimas erreicht. Einfamilienhäuser werden in Deutschland meist in der Holzrahmenbauweise erstellt, da diese Holzbauweise ausgezeichnete Wärmedämmwerte erreicht und einen diffussionsoffenen Wandaufbau erlaubt, der ohne eine dampfsperrende Kunststofffolie auskommt.

Ebenso ist auf die konsequente Verwendung von ökologischen und schadstoffgeprüften Baustoffen zu achten, zum Beispiel bei der Dämmung und im gesamten Wandaufbau. Das verbaute Holz sollte selbstverständlich aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft stammen, denn nur so wird der Umwelt wirklich ein Gefallen getan. Zudem vermeiden ökologisch orientiere Hersteller durch einen sogenannten konstruktiven Holzschutz, der das Holz langfristig vor Schädigungen aus der Umwelt schützt, weitgehend den Einsatz von chemischen Mitteln. Wer beim Bauen eines Holzhauses sein Augenmerk auf sämtliche angesprochenen Aspekte richtet, kann sich bei der Wahl seines Holzbaupartners anschließend voll und ganz auf sein Bauchgefühl verlassen – und sich auf ein neues Lebensgefühl in den eigenen vier Wänden freuen.