Holzhaus Sinzheim

24. Januar 2018

Holzhaus bauen: 6 Gründe, die für den Baustoff aus dem Wald sprechen.

Fast jeder Fünfte tut es: Immer mehr Bauherren und Baufamilien entscheiden sich beim Bau eines Einfamilienhauses für ein Holzhaus. Für das Bauen mit Holz gibt es viele gute Gründe. Wer ein Haus bauen möchte, sollte über die wichtigsten Vorteile der Holzbauweise informiert sein.

Zugegeben. Nicht immer hatten Holzhäuser in Deutschland den besten Ruf. Billige und einfach konstruierte Fertighäuser aus den 60er und 70er Jahren haben zu einem gravierenden Imageschaden von Holzhäusern geführt. Noch heute sind die Vorurteile gegenüber der Holzbauweise die gleichen wie gestern. Schlechter Schallschutz, giftige Holzschutzmittel, nicht besonders stabil und leicht brennbar – so oder ähnlich klingen die gängigen Klischees, wenn gegen den Bau eines Holzhauses argumentiert wird.

Allerdings hat sich in den letzten Jahrzehnten beim Thema „Holzhaus bauen“ eine ganze Menge getan. Spätestens seit den 90er Jahren wurde der Holzhausbau kontinuierlich weiterentwickelt. Im Ergebnis hat dies zu einem qualitativen Quantensprung geführt. Die Zeiten der hellhörigen „Bretterbuden“ sind lange vorbei. Holzhäuser müssen heute weder wie ein Schwedenhaus noch wie ein Blockhaus aussehen. Vielmehr bietet die Flexibilität der Holzbauweise der Architektur nahezu alle Freiheiten. Nicht von ungefähr werden heute Hochhäuser, mehrgeschossige Wohnhäuser, Kindertagesstätten und Schulen vermehrt als Holzbauten errichtet.

Der moderne Holzbau hat sich zu einer echten Alternative beim Bauen entwickelt, dessen Vorteile auch jeder Bauherr eines Einfamilienhauses kennen sollte. Die nackten Zahlen belegen dies eindrucksvoll. Allein im Jahr 2016 wurden in Deutschland 125.213 Wohngebäude aus Holz gebaut, 96 Prozent davon als Ein- und Zweifamilienhäuser. Dies sind beachtliche 16,2 Prozent vom Gesamtmarkt. (Quelle: Holzbau Deutschland – Bund Deutscher Zimmermeister im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e.V. : Lagebericht 2017)

Nachhaltig bauen mit Holz:
Ein Werkstoff als Umweltschützer

Für alle jene Menschen, für die „verantwortungsvoller Konsum“ mehr als ein Lippenbekenntnis ist, hat der moderne Holzhausbau einiges zu bieten. Gerade die Baubranche verbraucht in ihrer herkömmlichen Form enorm viele Ressourcen und produziert Unmengen an Müll. Das Bauwesen steht weltweit für ein Drittel des Energieverbrauchs und für 50 Prozent des Rohstoffverbrauches. Hinzu kommen enorme CO2-Emissionen. Zum Beispiel zählt Zement zu den energieintensivsten Grundstoffen überhaupt und trägt produktionsbedingt während der Herstellung zu hohen Emissionen und Umweltbelastungen bei.

Der Baustoff Holz hat hingegen bei den Themen Ressourcen-, Klima- und Umweltschutz einige Argumente auf seiner Seite. Als einziger Baustoff, der auf natürliche Weise mittels Sonnenenergie nachwächst, schont Holz per se die Umwelt. Natürlich muss das Holz, das für den Hausbau verwendet wird, aus einer nachhaltigen und kontrollierten Forstwirtschaft stammen, wie sie beispielsweise in Deutschland und Österreich betrieben wird. Ist dies der Fall, gefährdet die Nutzung des heimischen Rohstoffes in keiner Weise den Erhalt unserer nachhaltig bewirtschafteten Wälder. Wer jedoch sein Wohnhaus mit Tropenholz bauen will, tut der Umwelt sicher keinen Gefallen. Er gefährdet nicht nur den Bestand der tropischen Regenwälder, zudem wird der Anbau von Tropenholz-Plantagen unterstützt, die als Monokulturen ebenso fragwürdig sind.

Bevor das Holz für den Bau eines Hauses genutzt werden kann, müssen die Holzstämme aus unseren Wäldern selbstverständlich zunächst zu einem gut einsetzbaren Baustoff weiterverarbeitet werden. Natürlich wird hierzu ebenfalls Energie benötigt, doch bei der Herstellung von Bauholz werden weit weniger fossile Brennstoffe verbraucht als bei mineralischen Baustoffen.

Holzhaus und Klimaschutz:
Wieso trägt der Bau eines Holzhauses aktiv zum Klimaschutz bei?

Neben dem geringen Energieverbrauch bei der Herstellung spielt das Holz selbst als Umweltschützer eine entscheidende. Jedes gebaute Holzhaus entzieht der Atmosphäre über viele Jahrzehnte schädliches CO2 und wird somit zum Kohlenstoffspeicher.

Wer sich noch vage an den Biologieunterricht erinnern kann, wird den Begriff „Photosynthese“ schon einmal gehört haben. Jeder Kubikmeter Holz schluckt in seiner Wachstumsphase im Zuge der Photosynthese eine Tonne CO2. Der Sauerstoff wird wieder freigegeben, der Kohlenstoffanteil dient dem Aufbau des Holzes und bleibt für die gesamte Lebensspanne des Holzes gebunden – und darüber hinaus, wenn das Holz als Werkstoff verwendet wird. Bei Bauholz bleibt das Treibhausgas über die gesamte Lebensdauer eines Gebäudes gespeichert, zudem wird durch den Verzicht auf herkömmliche Baustoffe nochmals die CO2-Belastung pro Kubikmeter circa um eine Tonne reduziert.

Umgerechnet auf ein mittelgroßes Einfamilienhaus, bei dem rund 30 Kubikmeter Holz verarbeitet werden, bleiben der Umwelt bereits vor dem Einzug bis zu 60 Tonnen CO2 je Wohnhaus erspart. Auf diese Weise trägt jeder Bauherr mit dem Bau eines Holzhauses aktiv zum Klimaschutz bei. Ein mittelgroßes Einfamilienhaus aus Holz bindet etwa so viel Treibhausgas, wie eine Kleinfamilie innerhalb von 20-40 Jahren durch regelmäßige Fahrten mit einem PKW verursacht.

Holzhaus und Architektur:
Die große Freiheit bei der architektonischen Gestaltung

Neben den Vorteilen bei der Ökobilanz ist die Flexibilität des Baustoffes ein weiterer Grund, wieso viele Architekten sich wieder mit dem Werkstoff aus unseren Wäldern beschäftigen. Dank computergestützter Planung- und Fertigungsverfahren kann mit Holz heute fast alles gebaut werden. Beim Bau von Einfamilienhäusern macht sich das vor allem bei individuellen Bauherrenwünschen bezahlt.

Zugeschnittene Grundrisse und individuelle Fassadengestaltungen zählen beim modernen Holzhausbau ebenso zum Tagesgeschäft wie die Umsetzung von Sonderwünschen und der Bau von attraktiven Architektenhäusern. So gut wie jeder Bauherrenwunsch kann erfüllt werden. Die nahezu grenzenlose Gestaltungsfreiheit bei der Architektur hat sicherlich viel zur neuen Attraktivität von Holzhäusern beigetragen.

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Holzhaus und Fertigung:
Präzise bauen und termingerecht einziehen

Was zudem viele Bauherren überzeugt, ist die schnelle und wetterunabhängige Vorfertigung von Holzhäusern. Auf diese Weise wird die Bauzeit auf ein Minimum reduziert, da das vorgefertigte Haus in wenigen Tagen auf der Baustelle montiert wird – dabei ist es ganz egal, wie ausgefallen der Entwurf des Architekten ist. Neben einem Festpreis garantieren die meisten Holzbauunternehmen auch feste Einzugstermine. Kostspielige Bauverzögerungen lassen sich so erfolgreich umschiffen, auch gibt es kaum nennenswerte Austrocknungszeiten, da bei der Errichtung eines Holzhauses so gut wie keine Baufeuchte entsteht.

Holz ist über den Neubau hinaus auch bei Anbauvorhaben oder Aufstockungen ein sehr beliebtes Baumaterial – denn aufgrund der kurzen Bauzeit beim Holzbau fällt die Belastung von Anwohnern weitaus geringer aus als bei anderen Bauweisen.

Holzhaus und Wohnen:
Platz und Energie sparen durch den Holzrahmenbau

Bei einem gut konstruierten Holzhaus in der Holzrahmenbauweise kann die gesamte Wand gleichzeitig als Dämmung fungieren. Besonders dicke Dämmschichten werden so ermöglicht, da in allen Hohlräumen der tragenden Wände ökologische Dämmmaterialien wie Zellulose ihren Platz finden können. Durch diesen Kniff müssen keine zusätzlichen Dämmschichten aufgetragen werden. Neben enormen Energieersparnissen führt dies beim fertigen Holzhaus im Endeffekt zu einem Nutzflächengewinn von circa 10 Prozent. Gute gedämmte Raumgewinne also, die kombiniert mit einem hervorragenden Schall- und Wärmeschutz zu mehr Wohnfläche führen und zum Wohnkomfort in einem Holzhaus beitragen.

Holzhaus und Wohnklima:
Positive Effekte für das Raumklima

Die gute Dämmung ist natürlich ebenfalls für das wohltuende Raumklima im Holzhaus verantwortlich. Zusätzlich besitzt aber das Holz selbst bereits eine hohe Wärmespeicherkapazität, deshalb kühlen Holzwände langsamer aus als Beton- oder Steinwände. Schon bei einem geringen Energieeinsatz wird es aufgrund der angenehmen Oberflächentemperaturen des Holzes richtig gemütlich. Dies wirkt sich gemeinsam mit dem natürlichen Duft des Holzes auf das Wohlbefinden der Bewohner aus.

Hinzu kommt noch eine optimale und quasi von Geisterhand gestaltete Raumklimaregulierung. Wird der Wandaufbau beim Holzhaus diffusionsoffen ausgeführt, sorgt die Wand selbst für eine Luftfeuchtigkeit im Optimalbereich. Der Wandaufbau nimmt dabei überschüssige Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und gibt diese bei Bedarf wieder ab. Dies funktioniert allerdings nur, wenn keine Kunststofffolien als Dampfsperren eingesetzt werden. Nachfragen lohnt hier besonders, da nicht jedes Holzhaus auf dem Markt auch einen diffusionsoffenen Wandaufbau besitzt. Kurzum: Lassen Sie sich gut von einem professionellen Holzbauer beraten und prüfen Sie rund um das Holzhaus alle Einzelheiten – auch die zwischen den Wänden, denn viele kleine Details machen hier den Unterschied.